Mein Weg nach Schweden

Hej liebe Leserinnen und Leser,

nun lebe ich bereits seit mehr als vier Jahren hier in Schweden und möchte euch ein wenig von meinem Weg berichten. Einfach, weil ich selbst ganz neugierig wäre, wenn ich auf diesem Blog landen würde. Eigentlich komme ich nämlich aus dem wunderschönen Brandenburg (Deutschland) und habe in Potsdam Lehramt studiert. Aber schon in meiner Schulzeit hat sich meine Liebe zu Schweden entwickelt.

Alles fing damit an, dass ich durch das Comenius Projekt an meiner Schule zum ersten Mal nach Schweden reisen durfte. Eine aufregende Reise, die mir vorgeführt hat, dass Schulsysteme auch ganz anders funktionieren können. Bereits zu diesem Zeitpunkt stand für mich fest, dass ich Lehrerin werden möchte. Nach dieser Reise habe ich begonnen an der Volkshochschule Schwedisch zu lernen. Eine tolle Sprache! Die so schön melodisch und feenhaft klingt.

Während meines Bachelorstudiums wollte ich unbedingt ein Auslandssemester absolvieren, natürlich in Schweden. Ich wollte einfach herausfinden, ob dieses Land tatsächlich so toll ist wie es mir erschien. Diese Zeit als Erasmusstudentin war etwas ganz besonderes. So viele Länder, Kulturen und Sprachen treffen aufeinander. Das Zusammenleben mit den vielen anderen internationalen Studenten war sehr lehrreich und vor allem wunderschön. So viel habe ich über mich selbst, meine Kultur und die anderer gelernt. Wichtige Freundschaften haben sich entwickelt. Durch Zufall habe ich auch Kontakt zu „richtigen“ Schweden aufbauen können (leider nicht unbedingt Normalität bei Erasmus) und mich in einen Schweden verliebt. Mit dem Ende dieses Semester begann eine neue Umbruchphase, denn für mich war klar, dass ich nach Schweden auswandern würde. Natürlich ist das aber nicht so einfach wie man zunächst denkt. Die Rückkehr in die Heimat fiel nicht leicht, genauso wie die Umstellung auf eine Fernbeziehung.

Im Jahr 2012 schloss ich meinen Bachelor ab und verbrachte so viel Zeit wie möglich in Schweden vor allem die langen Semesterferien machten es möglich. Im Frühjahr 2013 konnte ich dann einen weiteren Teil meiner Ausbildung in Schweden absolvieren, mein Praxissemester. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte, die aber auch unglaublich anstrengend war.

Wie es der Zufall so wollte konnte ich direkt im Anschluss an einer anderen Schule hier in Schweden als Lehrerin anfangen zu arbeiten. An dieser Schule habe ich knapp vier Jahre gearbeitet. Das erste Jahr war unglaublich anstrengend, aber alle Mühe hat sich gelohnt. Das zweite Schuljahr war bereits viel einfacher und ich wurde immer sicherer in meiner Rolle.

Mittlerweile kann ich mir tatsächlich (momentan) nicht mehr vorstellen nach Deutschland zurückzukehren. Viel zu sehr bin ich hier verwurzelt und genieße die natürlichere Balance zwischen Berufs- und Privatleben. Seit dem meine Tochter Klara im Jahr 2015 geboren wurde, bekomme ich außerdem mit wie unglaublich kinderfreundlich Schweden ist.

14 Kommentare zu „Mein Weg nach Schweden

  1. Hallo Claudia,
    gerade erst gestern bin ich mit meiner 1-jährigen Tochter (wieder einmal) aus dem Schweden – Urlaub zurückgekehrt und heute finde ich deinen Blog 🙂
    Während des Urlaubs haben wir eine deutsche Bäckerei gefunden, die von einem deutschen Auswanderer betrieben wurde, der uns erzählte, dass er den Eindruck hat, dass Lehrer in Schweden gerade sehr gesucht werden – was bei unseren Freunden, die Lehramt studieren ziemlich gut ankam und mich kurz bereuen ließ, dass ich meine Zusage für einen Lehramtsstudienplatz abgelehnt habe…
    Ich freue mich sehr für dich, dass das bei dir so gut funktioniert hat (wenn auch sicherlich nicht unkompliziert…)!
    Auf die kommenden Blogeinträge bin ich schon super gespannt, auf jeden Fall viel Spaß beim Schreiben erstmal!
    Ganz liebe Grüße aus Marburg,
    Rieke (mit Ronja) 🙂

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    1. Hallo Rieke,

      entschuldige meine viel zu späte Reaktion. In letzter Zeit war ein bisschen viel los bei mir. Danke für deinen Kommentar. Er ist der erste und damit etwas ganz besonders 🙂 Es freut mich sehr zu lesen, dass ich tatsächlich interessierte Menschen erreiche.
      Sag gern Bescheid, wenn dich etwas bestimmtes interessiert.
      Der Lehrerberuf ist übrigens eine Möglichkeit für den Einstieg, aber definitiv nicht die einzige! In anderen Berufen ist es viel einfacher, wenn sie nicht so
      landesspezifisch sind. Wenn du da Fragen hast, sag gern Bescheid!

      Liebe Grüße aus dem Norden,
      Claudia

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  2. Hej Claudi,

    noch eine deutsche Lehrerin hier in Schweden – wie schön. Leider hat es bei mir noch nicht so reibungslos mit einem Job an einer schwedischen Schule geklappt. Aber ich bleibe dran..,
    Grüße Heike

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    1. Hej, Heike,
      wie spannend! Wie lange bist du schon in Schweden? Ich drücke dir die Daumen, dass es bald auch bei dir klappt. Der Lehrermangel lässt hoffen. Aber es kommt natürlich auch immer auf die Region und deine Fächerkombination an.

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      1. Geduld ist da ein ganz wichtiger Punkt. Bei mir sah es zwischendurch auch nicht so einfach aus. Als modersmålslärare kommt man manchmal leichter ins System, oder aber an einer friskola oder als lärarvikarie. Viel Erfolg!

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  3. Hallo 🙂 Das klingt ja richtig super! ich studiere auch Lehramt und schreibe gerade an meiner Bachelorarbeit. Ich würde Dich gerne fragen, wie du es geschafft hast, dass du dein Praxissemester in Schweden absolvieren konntest? Bei mir streikt die Uni schon, wenn es um ein anderes Bundesland oder einen anderen Teil von NRW geht. Liebe Grüße aus dem Sauerland .)

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    1. Hej! Da antworte ich dir gern 🙂 Ich hatte da ziemlich Glück. Ich habe an der Universität Potsdam studiert und die ist ziemlich gut im Austausch während des Praxissemesters. Als ich mein Auslandssemester (Erasmus) gemacht habe, war die Anerkennung dagegen gar nicht so einfach zu organisieren. Ich habe um jeden Punkt gekämpft. Am besten fragst du einmal nach bei eurem Praktikumsbüro. Bei mir war es relativ wichtig, dass es eine deutsche Auslandsschule ist (die arbeiten nach deutschen Rahmenlehrplänen) und ansonsten musste ich einfach alles machen, was die anderen Studenten auch an ihren Schulen in Deutschland gemacht haben. Besuche waren natürlich nicht möglich, aber dafür musste ich Ersatzleistungen erbringen, insbesondere Reflektionen schreiben. Falls das Praktikumsbüro kritisch ist, würde ich mich auf jeden Fall auch nochmal ans akademische Auslandsamt wenden, die können bei solchen Sachen manchmal auch helfen. Falls das Praktikum genehmigt wird, kann ich nur empfehlen sich für ein DAAD Stipendium zu bewerben. Viel Erfolg und wenn du weitere Fragen hast, melde dich einfach. Liebe Grüße aus dem Norden!

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  4. Liebe Claudia,
    willkommen bei den Expatmamas! Ich habe deinen Blog sehr gerne in die Blogliste eingetragen! Umgekehrt freue ich mich, wenn du unser Badge auf deiner Seite einbauen magst.
    Übrigens: Jeden neuen Blog stelle ich im Newsletter kurz vor. Der nächste erscheint im September; dann bist du dabei. 🙂
    Liebe Grüße
    Jonna

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