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Ein Monat Helsingborg – Willkommen im Süden

Nun wohnen wir schon über einen Monat hier im Süden Schwedens. Im schönen Schonen, wie man es im Deutschen nennt oder aber Skåne im Schwedischen und ich habe mich in diese Stadt schon ein wenig verliebt. Wir sind hier hergezogen und kannten eigentlich so gut wie nichts. Kurz vor dem Umzug habe ich meinen Freund gefragt, ob die Stadt denn flach sei oder bergig. Er antwortete genauso flach wie Gävle. Wer Helsingborg kennt oder in nächster Zeit bei meinen Fotos genau hinsieht wird verstehen, dass dieses Gespräch mittlerweile ein kleiner Insiderwitz zwischen uns geworden ist.

Der Unterschied zu Gävle ist erstaunlich, die Stadt an sich hat schon viel mehr zu bieten und auch drumherum gibt es einfach unglaublich viel zu entdecken, sowohl landschaftliche aber auch kulturelle Ausflugsziele gibt es unglaublich viele. In nächster Zeit werde ich bestimmt von einigen berichten.

Aber wie war das nun mit unserem Umzug? Alles hat letztlich gut geklappt, aber es war wirklich ein Riesen Projekt. Insbesondere auch, weil man Klara schon Wochen vor dem Umzug angemerkt hat, dass es für sie sehr anstrengend ist. Was wiederum überhaupt nicht verwunderlich war, weil wir auch sehr angespannt waren. An Klara hat man es gemerkt in dem sie wesentlich mehr geweint hat, teilweise gleich am Morgen nach dem Aufwachen, was mich sehr erstaunt hat. In dieser Zeit wurde „nein“ zu ihrem absoluten Lieblingswort und sie war sehr, sehr anhänglich und ist am Abend schwer eingeschlafen. Gleichzeitig hat sie auch noch weitere Zähne bekommen und wir hatten viel Besuch vor unserem Umzug als Unterstützung (was eher so mittelmäßig funktioniert hat), die Kombination dieser vielen Aspekte hat es dann einfach anstrengend gemacht.

Den rein praktischen Teil des Umzugs hat zum größten Teil mein Freund gemacht. Ich habe sehr viel eingepackt und dann auch wieder ausgepackt und mich natürlich um Klara gekümmert. Aber da wir entschieden hatten, dass wir den Umzug selbst machen und nicht mit einem Umzugsunternehmen, das wäre einfach übertrieben teuer geworden, musste einer von uns sich viel um Klara kümmern und der andere halt den Umzug. Also ist mein Freund schon zwei Wochen vor unserem eigentlichen Umzug mit einem Transporter bis zum Sommerhaus gefahren, das von Helsingborg nur 2 Stunden entfernt ist und hat dort die Hälfte unserer Sachen untergestellt. Wir haben einige Möbel verkauft wie zum Beispiel unsere große sperrige Couch und haben generell noch weiter aussortiert. Das ist tatsächlich das positive am Umziehen, man bekommt wirklich eine Übersicht über all die Sachen, die man so hat.

Am eigentlichen Umzugswochenende kam der Papa meines Freundes zur Unterstützung nach Gävle und Klara und ich haben in der Nacht vor dem Umzug bei einer Freundin übernachtet und sind am Umzugstag in den Süden geflogen. So konnte der Umzug ohne wuseliges Kleinkind gemacht werden, was für alle beteiligten sehr sinnvoll war. Klara hat dieses Umzugsgefühl immer völlig durcheinander gebracht und sie wurde sehr unruhig und das Einpacken wurde dann nicht unbedingt einfacher. In Helsingborg wartete dann ein Freund mit seiner Tochter auf uns. Ich habe mir dann die Kinder geschnappt, während mein Freund und alle Helfer alles reintragen konnten. Hier hatten wir auch ein wenig Zeitdruck, was es noch spannend gemacht hat. Am gleichen Abend habe ich in einer Nachtaktion die komplette Küche eingeräumt, so fühlte es sich schon viel mehr nach einem richtigen Zuhause an. Stück für Stück haben wir dann alles eingeräumt. Meist hat Klara dann geschlafen, oder einer von uns beiden ist mit ihr spazieren gegangen. Auspacken und Klara war einfach meist nicht die beste Kombination.

Zwei Wochen später haben wir noch den Rest aus dem Sommerhaus geholt. Das war noch einmal hart, denn eigentlich hatten wir wirklich, wirklich keine Lust mehr auf Kisten auspacken. Aber mittlerweile sind auch all diese Kisten ausgepackt und alles ist organisiert. Auch die letzten vergessenen Sachen haben mittlerweile den Weg zu uns gefunden und wir sind froh, dass wir jetzt nicht mehr alle frei Zeit darauf verwenden müssen daran zu denken, was man wo hinstellt, Kisten zu durchsuchen und auszupacken.

Wir fühlen uns in unserer Wohnung sehr wohl. Der Grundriss ist ziemlich spannend, da sie über drei Etagen geht und man im Erdgeschoss eigentlich nur den Eingang mit Flur und Abstellraum hat und in der ersten Etage direkt in die Küche kommt. Wenn man dann die Treppe hochgeht, kommt man direkt in die Küche. Auf dieser Etage liegt dann auch das große Bad, ein weiterer Abstellraum, Klaras und unser Schlafzimmer und vor der Küche gibt es einen Balkon. Geht man dann eine weitere Treppe hoch kommt man in das große offene Wohnzimmer. Hier gibt es auch ein weiteres kleines Bad, einen Abstellraum und die große Dachterrasse. Unseren neuen Ausblick könnt ihr oben sehen, wesentlich bebauter als vorher, aber trotzdem schön. Die Wohnung haben wir eigentlich eher aus der Not herausgenommen, weil es keine andere richtig gute Möglichkeiten gab, aber jetzt sind wirklich sehr zufrieden. Der Gedanken an einen weiteren Umzug ist einerseits wirklich nicht verlockend, aber wir gucken trotzdem gleichzeitig schon nach Häusern. Jetzt wo wir hier einen Monat gewohnt haben, haben wir ein bisschen mehr ein Gefühl für die verschiedenen Stadtteile bekommen. Wir haben tatsächlich Glück gehabt und können uns vorstellen weiterhin in dem Stadtteil in dem wir jetzt wohnen oder in einem angrenzenden zu wohnen. Eigentlich würde ich noch ein wenig näher am Meer wohnen wollen, auch wenn 2 km wirklich keine Entfernung sind.

Es bleibt also spannend was kommt, jetzt sind wir aber einfach so glücklich wie es jetzt grad ist und dieses Gefühl genieße ich sehr, denn bisher habe ich fast immer das Gefühl gehabt auf etwas zu warten. Zunächst endlich nach Schweden zu ziehen, eine Arbeit zu finden, ein Haus zu finden, ein Kind zu bekommen, in den Süden zu ziehen… ganz viele Dinge, die natürlich einfach ihre Zeit brauchen, die wir aber doch recht sehnlichst herbei gewünscht haben.

Ich bin jetzt auf jeden Fall unglaublich dankbar, dass es der Zufall so wollte, dass ich den gesamten Sommer mit Klara genießen kann, während mein Freund sich in seiner neuen Arbeit einarbeitet. Irgendwie sind wir alle durch diese Kombination so entspannt wie schon lange nicht mehr. Der Sommer und das warme sommerliche Wetter darf also gern zurückkommen.

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