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Déjà-vu

Vor fast genau 6 Jahren bin ich um die Osterzeit durch Helsingborg gelaufen und habe das Titelbild dieses Beitrages geschossen – diese Federn sind übrigens ganz typisch für die schwedische Osterzeit. Damals hatte mein Freund in dieser Stadt ein wichtiges Vorstellungsgespräch. Ich lebte noch in Deutschland und studierte meinen Master. Wir waren schon fleißig am Planen, dass ich nach Schweden ziehen würde.

Ich bin also durch die Stadt gelaufen, habe dieses Bild und das gleich folgende gemacht (in meiner Erinnerung stand der Federstrauß direkt unter dem Torbogen) und habe darüber nachgedacht wie es wohl wäre, wenn ich in diese Stadt ziehen würde. Leider bekam mein Freund die Stelle nicht und zog statt dessen nach Gävle. Ein halbes Jahr später wanderte ich aus und zog zu ihm. In dieser Stadt haben wir die letzten 4 Jahre gelebt.

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Seit ungefähr einem Monat wissen wir nun, dass wir nun tatsächlich nach Helsingborg ziehen werden. Ende April soll es losgehen, dann werden wir Skåningar (Skåne ist das län – Bundesland). Manchmal ist es schon verrückt wie das Schicksal  so spielt. Auf diesen neuen Lebensabschnitt freuen wir uns unglaublich! Ich kann es immer noch gar nicht glauben, dass es wirklich bald losgehen soll. Aber alles ist soweit vorbereitet.


Dieses Bild machte ich als ich vor zwei Wochen als ich nachdem ich ein Vorstellungsgespräch hatte, durch Helsingborg lief und mich sofort an das Foto mit den bunten Federn erinnerte und das Gefühl mit dem ich damals durch die Stadt gegangen bin. Aufgeregt, neugierig und hoffnungsvoll – nun lief ich wieder durch die Stadt und empfand genau das gleich. Nur diesmal war ich wesentlich ruhiger.

Wo soll es hingehen?

Die Planung unseres Umzugs begann bereits im Herbst. Als wir Klara in die Kita eingewöhnen wollten und es dann doch nicht so lief, wie wir es uns vorgestellt hatten. Daraufhin folgte eine Phase in der wir erst einmal genau herausfinden mussten, wo wollen wir eigentlich hinziehen? In die engere Auswahl kamen Malmö, Helsingborg und Göteborg. Es war wirklich nicht von vornherein klar, dass es nach Helsingborg gehen würden, denn die Stadt ist für uns noch ein ganz unbeschriebenes Blatt. Die Familie meines Freundes wohnt ungefähr 2 1/2 Stunden entfernt und damit näher dran, aber nicht zu nahe. Ich finde es ganz schön, dass Helsingborg sowohl für mich als auch für meinen Freund neu ist. Ich bin froh, dass die Stadt ein bisschen größer ist als Gävle. Ich freue mich total auf den Sommer und das Entdecken der Stadt.

Ein anstrengender Weg zum Ziel

Der Herbst und Winter waren nicht ganz einfach für uns, weil eine Arbeitssuche über 700 km Entfernung einfach anstrengend ist. Mein Freund musste häufig zu Vorstellungsgesprächen fliegen und es war ein permanentes Hoffen, Bangen und Abwarten. Auf die Dauer ist das sehr anstrengend. Parallel dazu ist meine Oma gestorben und Klara bekam sehr viele Zähne und hatte sehr unruhige Nächte.

Seit dem die Entscheidung gefallen ist und mein Freund eine eindeutige Zusage hat, ist es einfacher geworden. Ich konnte endlich auch Anfangen zu suchen. Wir wussten vornherein, dass es für mich leichter sein würde eine Arbeit zu finden. So war es dann auch und ich weiß jetzt, dass ich im August an einer Schule anfangen kann zu arbeiten. Eine Wohnung haben wir auch schon gefunden und unser Haus haben wir vorletzte Woche verkauft. Wer übrigens denkt, dass ein Umzug anstrengend ist… Ein Verkauf ist noch einmal so viel anstrengender. Klara hat uns so viel putzen sehen und deshalb eine gewisse Zeit immer putzen gespielt. Ja, Kinder ahmen die Erwachsenen, um sie herum wirklich nach. Nun hoffen wir im April zu erfahren, wo wir einen Kitaplatz für Klara bekommen haben und dann geht es auch wirklich schon bald los.

Bald werde ich euch also mehr über den Süden Schwedens Berichten können. Es wird sehr interessant, ob Klara den südschwedischen Dialekt annimmt, der sehr stark ist und ich bin schon ganz gespannt auf unsere neue Wohnung, die ich bisher nur auf dem Papier gesehen habe.

Tatsächlich empfinde ich es momentan so, dass der Schritt in eine andere Stadt umzuziehen nicht so groß ist nachdem ich von ein Land in das andere gezogen bin. Aber es wird sehr interessant zu sehen, ob ich das immer noch so wahrnehme, wenn es richtig losgeht.

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Abend!

Eure Claudia

 

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Ein Kommentar zu „Déjà-vu

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