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2016 – Jahresbeginn mit Schrecken

Schon Mitte Januar und ich wünsche euch allen immer noch ein gesundes (!) neues Jahr! In diesem Jahr lege ich auf das „gesunde“ ganz besonders viel Wert, denn genau damit hat unser Jahr nicht begonnen. Nach einer turbulenten Weihnachtszeit mit jeder Menge Besuch und einer schönen gemütlichen Silvesterfeier wurden wir alle krank. Genau an dem Tag, an dem uns der letzte Besuch verließ und unsere Entspannungswoche beginnen sollte. Eine ganz anstrengende Woche lag vor uns.

Eigentlich wollten wir uns vom Besuch erholen und unsere gemeinsame Zeit genießen, aber manchmal kommt es eben ganz anders als man denkt. Irgendwie oder besser gesagt irgendwo haben wir uns eine Magen-Darm-Grippe eingefangen. Es war wirklich heftig! Am schlimmsten war für uns, dass Klara auch krank geworden ist. Wir hatten solche Angst um sie und haben eine solche Panik verspürt, dass wir nachts sogar den Krankenwagen gerufen haben. Sie erbrach sich so unglaublich häufig und war ganz erschöpft. In dieser ersten Nacht hatte sie irgendwann nicht einmal mehr Kraft zum Stillen. Die Krankenschwester, die den Krankenwagen fuhr, fand Klara aber nicht krank genug. Sie sei doch gar nicht richtig schlapp und dabei drückte sie Klaras Beine immer wieder gegen ihren Bauch um uns zu zeigen, dass Klara noch genügend Kraft hat, die Beine zu halten und sie nicht kraftlos zu Boden fallen lässt. Ich konnte nicht aufhören daran zu denken, dass das nicht angenehm sein kann. Am liebsten wollte ich schreien „Lass das! Sie hat doch Bauchschmerzen, da hilft es nicht, wenn du auf ihrem Bauch rumdrückst.“

Letztendlich wurden wir nach einem weiteren Arztbesuch ins Krankenhaus geschickt. Dort wurde uns wirklich gut geholfen! Da wir erst einen Tag nach Klara krank wurden, wussten wir zunächst nicht, dass es eine Magen-Darm-Grippe sein könnte. Als erstes wurde daher vermutet, dass Klara eine Milcheiweißallergie haben könnte. Der Kinderarzt ließ davon auch noch nicht ganz ab als wir erfuhren, dass die ganze Verwandtschaft an einer Magen-Darm-Grippe erkrankt sei. Weshalb ich jetzt schon seit über zwei Wochen keine Milchprodukte mehr esse, aber darüber werde ich noch einmal extra berichten. Letztendlich konnten wir nach einer Vielzahl von Tests (eine Urinprobe bei einem Säugling ist eine richtige Herausforderung) und 4 Stunden Beobachtung wieder nach Hause. Ein sehr hilfreicher Hinweis war für uns, dass ich immer in kurzen Abständen stillen soll (ca. 2 Minuten). Wir sind nach jeder Stilleinheit immer 5 Minuten mit Klara auf dem Arm durchs Zimmer gewandert und haben dann wieder weitergestillt. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Kind die Nahrung im Bauch behält. Wir haben Klara auch so schlafen lassen, dass ihr Oberkörper leicht erhöht liegt. Mit ein paar Handtücher haben wir eine kleine Liegefläche gebastelt (mit einer sehr, sehr flachen Rutsche vergleichbar). Am nächsten Tag ging es ihr schon wesentlich besser dafür mir um so schlechter.

Eine weitere sehr lehrreiche Situation. Ich finde es erstaunlich, was man als Mama für unglaubliche Energie aufbringen kann, wenn man selbst krank ist. Kranksein mit Kind ist nicht im geringsten vergleichbar mit Kranksein ohne Kind! Mein Freund ist erst am Abend krank geworden. Er konnte also noch sehr viel erledigen, aber dadurch, dass wir im Krankenhaus waren und vorher drei Wochen Besuch hatten, gab es einfach jede Menge zu tun. Also habe ich krank im Bett gelegen und gleichzeitig Klara betreut. Nach dieser ganzen Krankheitsgeschichte konnte ich sie auch gar nicht aus den Augen lassen. Eigentlich bin ich keine ängstliche Mama, aber ich habe mehrere Tage gebraucht, um wieder aus dem Zimmer gehen zu können, wenn sie schläft. Ich hatte einfach solche Angst, dass sie sich wieder erbrechen könnte und dass sie daran ersticken könnte, wenn ich nicht dabei bin. Auf einmal konnte ich alle ängstlichen Mamas viel besser verstehen und auch die Eltern die einen schweren Start durch eine dramatische Geburt oder ein krankes Neugeborenes haben. Wie schlecht habe ich mich auf einmal gefühlt, dass ich manche Personen belächelt habe, wenn sie nach meinem Gefühl in bestimmten Situationen viel zu vorsichtig sind. Es steht mir gar nicht zu das zu bewerten! Jeder macht seine eigenen Erfahrungen und trifft seine eigenen Entscheidungen. Wir zum Beispiel haben jetzt entschieden, dass wir erst einmal nicht nach Deutschland reisen. Auch Ausflüge in die Stadt sind momentan Mangelware. Wir versuchen größere Menschenmengen zu vermeiden, das wurde uns von unserer Krankenschwester so empfohlen. Hut ab vor allen Eltern, dessen Kind zu früh geboren wird und die eine längere Zeit im Krankenhaus verbringen müssen, um um ihr Kind zu bangen. Solche Situationen sind so unglaublich Kräfte raubend und es tut einem selbst einfach nur so unglaublich weh sein Kind leiden zu sehen.

Eine Freundin meinte zu mir dann, dass ihre Mama zu ihr meint, dass man leider nicht das Anrecht hat seine Kinder zu überleben. Diese Aussage hat mich sehr nachdenklich gemacht. Leider ist es tatsächlich so, aber umso mehr muss man die kleinen Dinge im Alltag genießen. Ich habe mich zum Beispiel noch nie so sehr über ein herzhaftes Schreien von Klara gefreut wie beim ersten Mal nach der Krankheitsgeschichte. Die Angst um das eigene Kind sollte nicht den eigenen Alltag bestimmen, aber man sollte sich dessen bewusst sein, dass immer wieder Sachen passieren können, die so nicht geplant oder erwünscht sind.

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